Heute besuchten wir die Partnerstadt von Schweinfurt. Wir besichtigten die Behindertenwerkstatt. Das war hoch interessant. Zuerst bekamen wir etwas zu trinken und ein Stück selbstgebackenen Kuchen zu essen. Ein Journalist von der Lokalzeitung war auch da.
Dann zeigten wir unsre fränkischen Volkstänze und erzählten weshalb wir Urlaub in Finnland machen. Wir erzählten auch, wie wir in Schweinfurt arbeiten und leben. Die Mitarbeiterinnen Taina Raivio und Niina Rahkonen zeigte uns anschließend die verschiedenen Arbeitsbereiche: die Lernküche, in der sie selbst ihre Kochbücher schreiben, die Schreinerei und noch einen Arbeitsbereich in dem Spielzeughockeyschläger zusammengebaut und „Liebesperlen“ mit Handschuhe abpackt werden. Dabei lernt man sehr viele lebenspraktische Sachen. Es ist alles ein bisschen anders als bei uns. In der Werkstatt können die Mitarbeiter ihre eigenen Entwürfe gestalten und bearbeiten. Sie verdienen 1 – 3 €uro am Tag aber sie bekommen eine Rente von 350 €uro. Wer selbstständig genug ist, kann in der freien Wirtschaft arbeiten. Manche sind im Krankenhaus als Pfleger beschäftigt oder helfen beim Putzen oder dem Pfarrer in der Kirche. Da verdienen sie auch Geld, so dass sie ihre Rente sparen können. In den einzelnen Arbeitsgruppen sind ungefähr 10 Personen beschäftigt. Sie arbeiten von 7.30 – 15.30 Uhr und am Freitag arbeiten sie bis 14.00 Uhr. Die meisten leben bei ihren Eltern oder in eigenen Wohnungen. Das werden wir mal unsrem Chef erzählen. Insgesamt sind ca. 60 Personen in der Werkstatt beschäftigt. Eigentlich machen sie fast alles alleine. Es sind nur zwei Frauen in der Küche beschäftigt und eine Frau die manchmal beim Saubermachen hilft. Es gehört zum Alltag dazu sich gemeinsam um alles zu kümmern.
In der Schreinerei fertigen sie jetzt schon Krippenfiguren für Weihnachten. Manchmal haben sie Aufträge von der Kirche für die sie jetzt Krippenfiguren und Kreuze anfertigen. Sie bekommen auch Aufträge von Privatpersonen für die sie dann unterschiedliche Sachen herstellen. Im Werkstattladen verkaufen sie ihre Produkte. Es ist alles handgemacht. Interessant ist auch, dass in den kleinen Werkgruppen Heimtrainer stehen. Wenn man nicht mehr sitzen kann oder etwas unruhig ist, kann man sich bewegen. Nach der Mittagspause haben sie die Möglichkeit eine halbe Stunde spazieren zu gehen. Wenn das Wetter schön ist, machen sie Gymnastikübungen im Freien für die Fitness. Freitags ist meistens der Wellnesstag. Die Mitarbeiter bieten ihnen an, ihre Fingernägel mit Bildern zu verzieren und auch Schminken wird angeboten. Alle zwei Monate setzten sich Lehrer, Mitarbeiter und Personal zusammen und besprechen was ihnen gefällt und was ihnen nicht gefällt. Am Ende unseres Besuches kauften wir den Werkstattladen leer.........jetzt haben wir kein Geld mehr bitte schickt uns einen Scheck ☺
Wir bekamen auch ein gesticktes Bild geschenkt es ist sehr schön. Wir würden uns sehr freuen, wenn die Gruppe unsere Einladung nach Schweinfurt annimmt.
Anschließend trafen wir Kirsi Kuusisto am Alvar Aalto Zentrum. Sie erzählte uns einiges über Seinäjoki. Die Stadt hat 35000 Einwohner. Zuerst besichtigten wir die moderne Kirche Lakeuden Risti. die wie der gesamte Platz von Alvar Aalto entworfen wurde. Die Kirche hat 1200 Sitzplätze und ist aus Stein gebaut. Das ist ungewöhnlich für Finnland, denn die meisten Gebäude sind aus Holz. Die Kirchenorgel hat 52 Register. Zufälligerweise spielte jemand darauf und es klang wunderbar. Über dem Pult hängt eine Skulptur die aussieht wie ein Engelsflügel. Der Altarraum ist mit weißem Marmor aus Italien gestaltet. Der Fußboden aus Terrakotta ist schräg, so dass der Eingangsbereich 60cm höher ist als der Altarraum. Neben der Kirche steht das Kreuz der Ebene, der Kirchturm, der 65m hoch ist. Es ist das größte Kreuz auf der ganzen Welt. Mit dem Aufzug fuhren wir hoch (die sportlichsten schafften die 266 Stufen zu Fuß) und genossen die herrliche Aussicht. Kirsi Kuusisto zeigte uns wichtige Gebäude von oben. Wir sahen ein Buch und ein Klavier, Gebäude die von Alvar Aalto entworfen wurden. Etwas entfernt zeigte sie uns einen Berg auf dem man Skifahren kann. Der Berg wurde von den Einwohnern von Seinäjoki selbst gebaut und Kirsi Kuusisto sagte: was wir Finnen (sie meinte damit die Bewohner von Seinäjoki) nicht haben, bauen wir uns selbst.
Es war ein wunderschöner erlebnisreicher Tag. Kiitos an Kirsi Kuusisto und die Mitarbeiter der Werkstatt.
diesen Bericht verfassten: Astrid, Martina, Nancy, Franz und Thomas

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